Holzleitner verleiht Österreichischen Staatspreis für Erwachsenenbildung 2026
Auszeichnungen für das VISTA Science Experience Center des ISTA, den Verein NACHBARINNEN in Wien und Bildungsberaterin Christine Bauer-Grechenig
Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner verlieh gestern, Mittwoch, den 4. November 2026, im Haus der Begegnung Mariahilf in Wien den Österreichischen Staatspreis für Erwachsenenbildung 2026. Ausgezeichnet wurden das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) für sein VISTA Science Experience Center, der Verein NACHBARINNEN in Wien sowie Christine Bauer-Grechenig für ihr langjähriges Engagement in der Bildungsberatung.
„Bildung darf keine Frage des Alters oder der persönlichen Lebensumstände sein. Alle Menschen sollen die Chance haben, sich weiterzubilden, ihre Fähigkeiten zu stärken und ihren eigenen Weg zu gehen. Erwachsenenbildung ist dabei weit mehr als berufliche Weiterbildung. Sie vermittelt Wissen, gibt Orientierung und hilft Menschen, Entwicklungen kritisch zu beurteilen und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Hinter jedem erfolgreichen Angebot stehen engagierte Menschen, die mit fachlicher Kompetenz und Weitblick Bildungswege begleiten und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Ich danke allen, die sich in der Erwachsenenbildung engagieren!“, so Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner.
Wissenschaftsbildung für Erwachsene: VISTA Science Experience Center des ISTA
In der Kategorie „Wissenschaftsbildung für Erwachsene“ erhielt das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) den Staatspreis für sein VISTA Science Experience Center. Das im Oktober 2025 eröffnete Center am ISTA-Campus in Klosterneuburg macht Spitzenforschung zugänglich und zeigt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen und ihre Qualität gesichert wird. Interaktive Ausstellungen, Workshops, Laborführungen und Gespräche mit Forschenden ermöglichen einen kostenlosen Austausch auf Augenhöhe und stärken so das Vertrauen in Wissenschaft. Bereits über 30.000 Gäste haben das VISTA Science Experience Center besucht.
Raus aus der Einsamkeit: Verein NACHBARINNEN in Wien
In der Kategorie „Raus aus der Einsamkeit“ wurde der Verein „NACHBARINNEN in Wien“ ausgezeichnet. Er begleitet geflüchtete und migrierte Familien, insbesondere Frauen, die sozial isoliert leben und von bestehenden Bildungs- und Unterstützungsangeboten kaum erreicht werden.
Im Mittelpunkt steht die aufsuchende, muttersprachliche Begleitung: Sozialassistentinnen, die selbst Flucht- oder Migrationserfahrung haben und Teil der jeweiligen Communities sind, besuchen Familien zu Hause. Gemeinsam entwickeln sie konkrete Schritte zu mehr Selbstvertrauen, Bildung und Selbstständigkeit. Die Arbeit verbindet Erwachsenenbildung, Lernhilfe, kulturelle Teilhabe und Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Seit 2013 wurden bis Ende 2025 insgesamt 4.605 Familien durch 19.591 Hausbesuche erreicht.
Erwachsenenbildner:in 2026 – Schwerpunkt Bildungsberatung: Christine Bauer-Grechenig
Den Jurypreis in der Kategorie „Erwachsenenbildner:in 2026 – Schwerpunkt Bildungsberatung“ erhielt Mag.a Christine Bauer-Grechenig für ihr 23-jähriges Engagement in der Bildungs- und Berufsberatung. Sie ist seit 2003 als Beraterin und seit 2010 als Geschäftsführerin bei BiBer Bildungsberatung tätig.
Bauer-Grechenig entwickelt innovative, niederschwellige und kooperative Angebote, insbesondere für Menschen mit erschwertem Zugang zu Bildung. Sie unterstützt Ratsuchende bei ihrer beruflichen Orientierung und stärkt ihr Selbstvertrauen. Auch Zukunftsthemen wie die verantwortungsvolle Nutzung von künstlicher Intelligenz und die Bildungsberatung für ältere Menschen greift sie in ihrer Arbeit auf. Mit ihrem Einsatz für hohe Qualitätsstandards und ihrer regionalen und internationalen Vernetzungsarbeit prägt sie die Weiterentwicklung der Bildungsberatung in Österreich.
LLL-Strategie 2040: Lebenslanges Lernen zugänglich machen
Die diesjährigen Kategorien zeigen besonders eindrucksvoll, wie Erwachsenenbildung auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen reagiert: Sie macht Wissenschaft verständlich, schafft Begegnung und eröffnet neue Bildungswege. Dies ist auch für die neue Strategie für lebenslanges Lernen 2040 (LLL-Strategie 2040) von zentraler Bedeutung, die die Bundesregierung unter der Federführung des BMFWF bis Jahresende 2027 erarbeitet. Der entsprechende Ministerratsbeschluss und die anschließende Kick-Off-Veranstaltung am 21. Oktober 2026 stellten den Auftakt dafür dar.
„Mit der LLL-Strategie 2040 wollen wir Bildungswege öffnen – besonders für Menschen, denen der Zugang zu Bildung bisher schwerfällt. Erwachsenenbildung befähigt dazu, Veränderungen in Beruf und Alltag selbstbestimmt mitzugestalten. Die mit dem diesjährigen Staatspreis für Erwachsenenbildung ausgezeichneten Initiativen, Projekte und Personen zeigen, wie das erfolgreich gelingen kann“, betont Bundesministerin Holzleitner.
Anerkennung für die Vielfalt der Erwachsenenbildung
Der Österreichische Staatspreis für Erwachsenenbildung wird seit mehr als 60 Jahren für herausragende Arbeiten und Leistungen in diesem Bildungsbereich verliehen. Für den Staatspreis 2026 gab es mehr als 50 Einreichungen. Eine fünfköpfige Fachjury wählte die ausgezeichneten Einrichtungen und die Preisträgerin aus. Die Auszeichnungen in den beiden Themenschwerpunkt-Kategorien sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.
Weitere Informationen und Fotos
Eine detaillierte Darstellung der Prämierten finden Sie unter:
www.erwachsenenbildung.at
Fotos der Preisverleihung finden Sie unter:
Fotos - Mediendatenbank des BMFWF
Rückfragen & Kontakt
Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung
Florian Atzmüller
Telefon: +43 664 78092423
E-Mail: florian.atzmueller@bmfwf.gv.at