Startschuss für die LLL-Strategie 2040

Am 21. Oktober 2026 ist die Arbeit an der österreichischen Strategie zum lebensbegleitenden Lernen (LLL) gestartet. Vier Ministerien – das BMFWF, das BMASGPK, das BMB und das BMWET – erarbeiten die LLL-Strategie 2040 gemeinsam. Sie soll Ende 2027 vorliegen; ab 2028 werden erste Maßnahmen umgesetzt.

Auftaktveranstaltung im BMFWF

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Bildungsminister Christoph Wiederkehr sind der Einladung ihrer Regierungskollegin, Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, gefolgt und haben am 21. Oktober 2026 an der Auftaktveranstaltung zur LLL-Strategie 2040 im BMFWF teilgenommen. Sozialministerin Korinna Schumann war leider terminlich verhindert, Sie fand direkt im Anschluss an jene Ministerratssitzung statt, in der die Bundesregierung den Fahrplan zur LLL-Strategie 2040 beschlossen hat. Damit ist die entsprechende ressortübergreifende Steuerungsgruppe eingerichtet; die Leitung liegt beim BMFWF, das für die Erwachsenenbildung, aber auch die hochschulische Weiterbildung zuständig ist. Beide Bereiche sind wesentliche Elemente des lebensbegleitenden Lernens, für das die Bundesregierung nun eine Strategie 2040 ausarbeitet.

Warum eine LLL-Strategie?

Lebensbegleitendes Lernen und Erwachsenenbildung sind im Regierungsprogramm als zentrale Instrumente für Fachkräftesicherung, Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Zusammenhalt verankert. Die Beteiligung an Weiterbildung ist in Österreich im europäischen Vergleich hoch – zugleich verfügen bis zu 1,7 Millionen Erwachsene über unzureichende Lesekompetenzen. Die Strategie soll die Vielzahl an Einzelmaßnahmen bündeln, klare Ziele und Prioritäten bis 2040 setzen und Zuständigkeiten transparent machen.

Digitalisierung, technologische und ökologische Veränderungen sowie der demografische Wandel verändern Arbeitswelt und Alltag. Lebensbegleitendes Lernen soll Menschen ermöglichen, diese Veränderungen selbstbestimmt mitzugestalten – im Beruf ebenso wie im Alltag. Es stärkt auch die Demokratie: Wer gut informiert ist, erkennt Desinformation und kann sich einbringen.

Der Ministerratsvortrag nennt drei Ziele:

  • Zugang zu Bildung für alle: niederschwellig, leistbar, flächendeckend und barrierefrei – in allen Lebensphasen, in Stadt und Land
  • Erwachsenenbildung als gleichwertige Säule des österreichischen Bildungssystems etablieren und stärken
  • Zusammenwirken der Bildungssäulen sicherstellen: Übergänge, Anerkennung und Durchlässigkeit zwischen Schule, Hochschule, Erwachsenenbildung, Beruf und Arbeitsmarkt

Podium und World Cafés

Am Podium diskutierten die drei Minister:innen Holzleitner,Hattmannsdorfer und Wiederkehr, moderiert von Sektionschef Elmar Pichl. Zum Abschluss des Podiums gingen sie der Frage nach, was für die Menschen in Österreich 2040 durch die Strategie selbstverständlich geworden sein soll.

Anschließend erarbeiteten rund 70 Teilnehmende in vier World Cafés erste Impulse für die Strategie zu den Themen „Zugang zu Bildung für alle“, „Von Anerkennung zur Gleichstellung: Erwachsenenbildung als gleichwertige Säule des Bildungssystems“, „Das Zusammenwirken der Bildungssäulen“ und „Was wir über LLL alles (nicht) wissen“.

So entsteht die LLL-Strategie 2040

Die Strategie wird gemeinsam mit Wissenschaft, Praxis und Lernenden erarbeitet. Einbezogen werden Bundesländer, Sozialpartner, AMS, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft und die betroffenen Bundesministerien – und besonders auch Teilnehmende an Angeboten der Erwachsenenbildung.

  • Ein Forschungsinstitut erhebt bestehende Strategien, Programme, Rechtsgrundlagen und Daten (LLL-Mapping).
  • Fünf Arbeitsgruppen formulieren strategische Ziele, Zielgrößen und Maßnahmen.
  • Eine öffentliche Online-Konsultation bezieht Stakeholder und die breite Öffentlichkeit ein.
  • Der Erstentwurf wird mit relevanten Akteurinnen und Akteuren diskutiert – auch mit Teilnehmenden an Angeboten der Erwachsenenbildung.
  • Die Strategie wird mit der Fachkräftestrategie und weiteren Strategien, insbesondere der Industriestrategie, abgestimmt.
  • Zentrale Bestandteile sind auch die Evaluierung und Novellierung des Erwachsenenbildungsgesetzes sowie die Stärkung des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR).

Fahrplan

  • November 2026 bis Jänner 2027: Bestandsaufnahme in den Arbeitsgruppen und LLL-Mapping
  • 1. Dezember 2026 bis Februar 2027: öffentliche Online-Konsultation
  • Februar bis Juni 2027: Ziele, Zielgrößen und Maßnahmen; Zusammenführung der Ergebnisse
  • Juni 2027: Zwischenbericht der Steuerungsgruppe
  • Ende 2027: finales Strategiedokument; erste Maßnahmen ab 2028

Fünf Arbeitsgruppen erarbeiten die Inhalte

Die Arbeitsgruppen werden im Oktober und November 2026 eingerichtet; die Einladung dazu ergeht an Stakeholder des lebensbegleitenden Lernens.

AG 1 „Bildung ohne Barrieren 2040“: Zugang, Teilhabe, Zielgruppen, niederschwellige Angebote

AG 2 „Starke Erwachsenenbildung – starkes Bildungssystem“: Rolle, Struktur und Absicherung der gemeinnützigen Erwachsenenbildung

AG 3 „Lernwege ohne Sackgassen“: Durchlässigkeit, Anerkennung, Übergänge, Zusammenspiel der Bildungssektoren

AG 4 „Investition in Zukunftskompetenzen“: Finanzierung, Fördermodelle, Fachkräftesicherung, Kooperation mit Wirtschaft und Arbeitsmarkt, tertiärer Bildungssektor

AG 5 „Wirkung, Qualität und Koordination 2040“: Governance, Monitoring, Zielsystem, Datenbasis, Wirkungsorientierung

Online-Konsultation und Newsletter: Jede:r kann sich in die LLL-Strategie einbringen

Ab 1. Dezember 2026 können sich alle Interessierten in einer öffentlichen Online-Konsultation einbringen. Über den Stand der Strategie informiert Sie künftig auch ein eigener Newsletter zur LLL-Strategie 2040. Sie können ihn schon jetzt hier abonnieren.

Links

Kontaktinformationen

Abteilung I/14, Erwachsenenbildung

Foto vom Podium der Auftaktveranstaltung am 21. Oktober 2026
Foto vom Podium der Auftaktveranstaltung am 21. Oktober 2026