Grete Rehor-Staatspreis und weitere Grete Rehor-Preise
Mit dem Grete Rehor-Staatspreis und den weiteren Grete Rehor-Preisen in den Kategorien "Wirtschaft", "Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt", "MINT und Digitalisierung" und "Wirtschaftswissenschaften" werden im Rahmen des "Österreichischen Frauenpreises" bemerkenswerte frauen- und gleichstellungspolitische Leistungen sowie Persönlichkeiten mit Vorbildwirkungen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen gewürdigt.
Grete Rehor-Staatspreis und Grete Rehor-Preise in den Kategorien "Wirtschaft", "Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt", "MINT und Digitalisierung" und "Wirtschaftswissenschaften" 2025
Am 4. November 2025 wurde der Grete Rehor-Staatspreis im Rahmen des "Österreichischen Frauenpreises 2025" von Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner an Mag.a Sonja Aziz verliehen:
Mit dem Grete Rehor-Staatspreis wird ihr langjähriger und vielschichtiger Einsatz für die Rechte von gewaltbetroffenen Frauen gewürdigt. Als Familienrechts- und Opferschutzanwältin arbeitet sie seit Beginn ihrer beruflichen Laufbahn eng mit Frauenberatungsstellen und Gewaltschutzeinrichtungen zusammen, wo sie sowohl Klientinnen als auch Mitarbeiterinnen rechtlich berät und unterstützt. Seit 2020 ist Sonja Aziz außerdem ehrenamtliche Rechtsexpertin beim Verein Feministische Alleinerzieherinnen (FEM.A). Darüber hinaus trägt sie durch Vorträge und Workshops sowie ihre mediale Präsenz und ihr öffentliches Engagement zur gesellschaftlichen Sensibilisierung für Gewaltschutz bei und setzt sich auf diesem Weg für strukturelle Verbesserungen im Justizsystem ein.
6 weitere Grete Rehor-Preise wurden vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Konsumentenschutz und Pflege (BMASGPK), vom Bundesministerium für Bildung, (BMB), vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET), vom Bundeskanzleramt – Staatssekretär für Digitalisierung, von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und vom Österreichischen Fonds zur Stärkung und Förderung von Frauen und Mädchen (LEA) gestiftet.
Der Grete Rehor-Preis in der Kategorie "Wirtschaft" gestiftet vom Bundesministerium Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) ging an:
Gerlinde Heil: Mit dem Grete Rehor-Preis werden ihre besonderen Leistungen als Gründerin von Science Pool, einem der führenden Anbieter im Bereich der Wissenschaftsvermittlung, gewürdigt. Gerlinde Heil zeichnet sich vor allem durch ihr herausragendes didaktisches Talent und überaus großes Engagement zur Förderung von Mädchen und jungen Frauen im MINT-Bereich aus. Sie setzt sich im Rahmen ihrer Tätigkeit unentwegt für den Abbau von Stereotypen und Geschlechterungleichheiten im MINT-Bereich ein und liefert dabei wichtige Lösungsansätze für den Fachkräftemangel in dieser Branche.
Der Grete Rehor-Preis in der Kategorie "Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt" gestiftet vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Konsumentenschutz und Pflege (BMASGPK) ging an:
Univ.-Prof.in Dr.in Ilse Reiter-Zatloukal: Mit dem Grete Rehor-Preis werden ihr herausragendes Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter in Lehre und Forschung sowie als Vertreterin des wissenschaftlichen Personals und Förderin neuer Generation an Studierenden an der Universität Wien ausgezeichnet. Ein zentrales Merkmal ihrer Tätigkeit ist dabei ihre Pionierarbeit im Bereich der frauen- und gleichstellungsspezifischen Rechtswissenschaften. Durch innovative Lehr- und Forschungsprojekte gelingt es Ilse Reiter-Zatloukal, Bewusstsein für strukturelle Ungleichheiten in Vergangenheit und Gegenwart zu schaffen und zentrale frauenpolitische Themen in die öffentliche und akademische Debatte zu bringen.
Der Grete Rehor-Preis in der Kategorie "Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt" gestiftet vom Bundesministerium für Bildung (BMB) ging an:
Ilkay Idiskut, BEd: Mit dem Grete Rehor-Preis wird sie für ihr außergewöhnliches Engagement im Bereich der Bildungsgerechtigkeit und der Gleichstellung ausgezeichnet. Durch die altersgerechte Thematisierung von Geschlechterrollen in ihrem Unterricht, werden Stereotype bereits im Volkschulalter kritisch hinterfragt und aufgebrochen. Ilkay Idiskuts Bestreben, Gleichstellung im Klassenzimmer zur gelebten Praxis zu machen und ihre Überzeugung, dass alle Schülerinnen und Schüler das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe sowie ein wertschätzendes Miteinander haben, sind dabei die Eckpfeiler ihres Gleichstellungsengagements.
Der Grete Rehor-Preis in der Kategorie "MINT und Digitalisierung" gestiftet vom Bundeskanzleramt – Staatssekretär für Digitalisierung ging an:
Ing.in Brigitte Lutz, MSc: Mit dem Grete Rehor-Preis wird ihr langjähriger Einsatz zur Förderung von Frauen in der IT sowie ihre herausragenden Leistungen in den Bereichen Open Data und Datenmanagement gewürdigt. In ihrer Tätigkeit als Expertin für Digitalisierung und Datenmanagement in der öffentlichen Verwaltung nehmen ihre Bemühungen um die Gleichstellung und Förderung von Frauen seit jeher eine wichtige Rolle ein. Brigitte Lutz ist eine der Initiatorinnen des „Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien“ für Frauen in der IT und Schirmherrin der Initiative „She.Digital.Wien“, wo sie Frauen und Mädchen für Berufe in der IT begeistert und sich für die Stärkung von Frauen-Netzwerken einsetzt.
Der Grete Rehor-Preis in der Kategorie "MINT und Digitalisierung" gestiftet vom Österreichischen Fonds zur Stärkung und Förderung von Frauen und Mädchen (LEA) ging an:
DIin Mag.a Anna Huditz: Mit dem Grete Rehor-Preis wird sie insbesondere für ihre Leistungen als erfahrene Expertin im Bereich Infrastruktur- und Verkehrsmanagement sowie als Role Model für junge Frauen und Mädchen ausgezeichnet. In Schulbesuchen und Workshops teilt sie ihre langjährige Erfahrung als Führungskraft in männerdominierten Branchen und bricht damit veraltete Stereotype auf. So setzt sich Anna Huditz gezielt für mehr Chancengleichheit bei der Berufsorientierung und die Förderung von Frauen in MINT-Berufen ein.
Der Grete Rehor-Preis in der Kategorie "Wirtschaftswissenschaften" gestiftet von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ging an:
Dipl. Ing.in Dr.in Sylvia Frühwirth-Schnatter: Mit dem Grete Rehor-Preis wird sie für ihre Leistungen als führende Expertin im Bereich der Statistik und Ökonometrie und ihren Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern in diesem nach wie vor männerdominierten Feld ausgezeichnet. Sylvia Frühwirth-Schnatter ist als Vorbild für weibliche Studierende und engagierte Nachwuchsförderin bekannt, deren Forschungsbeiträge weltweit publiziert und ausgezeichnet wurden. Besonders hervorzuheben sind hier ihre Errungenschaften in der Entwicklung statistischer Methoden, die zur Messung und Sichtbarmachung von Zusammenhängen zwischen Mutterschaft, Karrierechancen und Einkommen genutzt werden.
Informationen zum Grete Rehor-Staatspreis und den weiteren Grete Rehor-Preisen in den Kategorien "Wirtschaft", "Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt", "MINT und Digitalisierung" und "Wirtschaftswissenschaften"
Der Grete Rehor-Staatspreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird vom für Frauenangelegenheiten zuständigen Regierungsmitglied verliehen.
Die weiteren Grete Rehor-Preise werden von verschiedenen Stellen gestiftet und in den folgenden Kategorien vergeben:
- Kategorie "Wirtschaft": gestiftet von dem für Wirtschaft zuständigen Regierungsmitglied dotiert mit 2.500 Euro
- Kategorie "Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt": gestiftet von dem für Arbeit zuständigen Regierungsmitglied und gestiftet von dem für Bildung und Wissenschaft zuständigen Regierungsmitglied, dotiert mit 2.500 Euro je stiftender Stelle.
- Kategorie "MINT und Digitalisierung": gestiftet von dem für Digitalisierung zuständigen Regierungsmitglied oder Staatssekretär beziehungsweise der für Digitalisierung zuständigen Staatssekretärin und vom Österreichischen Fonds zur Stärkung und Förderung von Frauen und Mädchen, dotiert mit 2.500 Euro je stiftender Stelle.
- Kategorie "Wirtschaftswissenschaften": gestiftet von der Oesterreichischen Nationalbank, dotiert mit 2.500 Euro.
Der Grete Rehor-Staatspreis sowie die weiteren Grete Rehor-Preise werden aufgrund von Vorschlägen einer unabhängigen Jury verliehen.
Die Jury setzt sich aus den Preisstifterinnen und Preisstiftern, der oder dem Vorsitzenden sowie mindestens 3 anerkannten Fachleute aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammen.
Jury des Grete Rehor-Staatspreises und der Grete Rehor-Preise in den Kategorien "Wirtschaft", "Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt", "MINT und Digitalisierung" und "Wirtschaftswissenschaften" 2025:
- Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, BSc
- Dr.in Linda Erker
- Mag.a Brigitte Hütter, MSc
- Dr.in Katharina Mader
- Univ.-Prof.in Mag.a MA MAIS Dr.in Zoe Lefkofridi
- Mag.a Dr.in Mirela Memic
- Dr.in Maria Valderrama (Vertreten durch: Dr.in Anna Stelzer, BA MSc)
- Mag.a Heidrun Strohmeyer
- Yasemin Uysal, BA MA
- Mag.a Sylvia Vana
Bewertungskriterien
Die Bewertung der Nominierungen erfolgte anhand der folgenden Kriterien:
- Bezug zu Österreich
- Hervorragender Beitrag oder hervorragende Leistungen zur Gleichstellung der Geschlechter, zur Herstellung von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern und somit zur Förderung der Grund- und Menschenrechte
- Bedeutender Beitrag zum Abbau von stereotypen Rollenbildern
- Beitrag zur gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung zu frauenspezifischen Themen und/oder Gleichstellungsthemen
- Pionier- beziehungsweise Innovationsleistung
- Außergewöhnliches Engagement sowie Vorbildwirkung und Inspiration für Frauen und Mädchen
- Bedeutender Beitrag zur Selbstbestimmung und Empowerment von Frauen und Mädchen
- Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen in einem männerdominierten Bereich
Die Bewertung von Wissenschafts- und Forschungsleistungen erfolgt außerdem anhand folgender Kriterien:
- Qualität der Arbeiten/Tätigkeit
- Anerkennung der Expertise im In- und Ausland
- Innovation und Aktualität
- Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte
- Einfluss auf die Entwicklung des jeweiligen Bereiches
Österreichischer Frauenpreis
Auch der Käthe Leichter-Staatspreis, der Käthe Leichter-Lebenswerkpreis und die weiteren Käthe Leichter-Preise werden im Rahmen des "Österreichischen Frauenpreises" verliehen. Alle Informationen zu diesen Preisen finden Sie hier:
Käthe Leichter-Staatspreis, Käthe Leichter-Lebenswerkpreis und weitere Käthe Leichter-Preise
Über Grete Rehor 1910-1987
Grete Rehor war die erste Ministerin Österreichs. Sie hatte von 1966 bis 1970 das Amt der Bundesministerin für soziale Verwaltung inne. Sie setzte sich vor allem für die Verbesserung der Situation von berufstätigen Frauen, insbesondere von berufstätigen Müttern ein. Sie wirkte über Parteigrenzen und politische Einstellungen hinweg und ging als Pionierin in der österreichischen Politiklandschaft voraus. In der Entstehungsgeschichte des Frauenministeriums kommt ihr durch den damaligen Aufbau einer Frauen- und Familienabteilung im Sozialministerium besondere Bedeutung zu.
Informationen:
- Grete Rehor (PDF, 73 KB)
- Grete Rehor | Parlament Österreich
- Die erste Frau Bundesminister: Grete Rehor | ÖGB
- Grete Rehor – Österreichs erste Ministerin (ORF History, 2016)
Weiterführende Informationen
Bisherige Preisträgerinnen
Liste der Grete Rehor-Preisträgerinnen seit 2023 (PDF, 96 KB)
Österreichischer Staatspreis für Frauen und weitere Frauenpreise 2022