Bildung für nachhaltige Entwicklung
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vermittelt Menschen das Wissen, die Fähigkeiten und Werte, die erforderlich sind, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen ganzheitlich zu verstehen und verantwortungsbewusst zu handeln. BNE fördert kritisches Denken und systemisches Verständnis, um eine gerechte, menschenfreundliche, zukunftsfähige und friedliche Welt zu schaffen. International eingebettet durch das UNESCO-Programm BNE2030 und den Green Deal mit EU-Empfehlungen des Rates zum Lernen für den grünen Wandel, adressiert der BNE-Aktionsplan des BMFWF und BMB das Ziel Nachhaltige Entwicklung entlang der gesamten Bildungskette zu integrieren.
BNE ist der Schlüssel zu einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Als umfassender Kompetenzansatz verbindet eine BNE Fach-, System-, Orientierungs- und Transformationswissen mit Werten, Haltungen und Handlungsbereitschaft. Dabei vermittelt BNE nicht nur entsprechende Inhalte zur nachhaltigen Entwicklung, sondern befähigt Menschen dazu, die globalen Herausforderungen unserer Zeit zu verstehen, kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll zu handeln.
Der BNE-Aktionsplan des BMFWF und BMB
Die Entwicklung eines BNE-Aktionsplans des Bundesministeriums für Bildung (BMB) und des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) basiert auf Österreichs Verpflichtung, sowohl die UNESCO Roadmap 2030 für BNE als auch die Vorgaben des European Green Deal umzusetzen. Der Aktionsplan orientiert sich an den Handlungsfeldern der UNESCO Roadmap und verfolgt den Whole Institution Approach – das heißt, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll in der gesamten Bildungsverwaltung und über alle Bildungsstufen hinweg fest verankert werden. Der BNE-Aktionsplan schließt an die Strategie zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BMB, BMWF und BMLFUW) aus dem Jahr 2008 an.
Der BNE-Aktionsplan des BMB und BMFWF soll ein gemeinsames Verständnis von BNE schaffen, das Engagement für BNE stärken sowie konkrete Maßnahmen zur Umsetzung entlang der gesamten Bildungskette definieren. Zudem soll er die Bedeutung von BNE nach außen hin sichtbar machen.
Durch einen strukturierten Prozess schafft der Aktionsplan die Grundlage, Fortschritte regelmäßig zu überprüfen. Er bildet die Grundlage für verbindliches Handeln, gelebte Kooperation und praxistaugliche Umsetzung im Wandel der Zeit. Er ist ein dynamisches und lebendes Dokument, das kontinuierlich erweitert, vertieft und an neue Anforderungen angepasst wird.
UNESCO und EU: BNE für 2030 und Lernen für den grünen Wandel und die nachhaltige Entwicklung
Eine Auseinandersetzung mit Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde angestoßen durch die UN-Decade of Education for Sustainable Development (ESD) von 2005-2014 und das UN-Weltaktionsprogramm BNE (2015-2019). Das UNESCO-Programm BNE 2030 führt diese Aktivität weiter, mit dem Anspruch, dass die Bildung ihren Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leistet. Mit der Berliner Erklärung zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung wurde das Programm BNE 2030 von allen UNESCO-Mitgliedsstaaten im Jahr 2021 gestartet. Eingebettet in den Green Deal wurde auch auf EU-Ebene eine Empfehlung des Rates zum Lernen für den grünen Wandel und die nachhaltige Entwicklung veröffentlicht, die eine Grundlage zur Umsetzung von Maßnahmen zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung bietet. Im Sinne des von der UNESCO und von der EU vorgeschlagenen gesamtinstitutionellen Ansatzes der „Whole Institution Approach“ in der BNE sollen Universitäten auf allen Ebenen grundlegende Aspekte von Nachhaltigkeit umsetzen.
BNE an den österreichischen Universitäten
Der BNE-Aktionsplan bietet einen Orientierungsrahmen für Universitäten, Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Sinne einer Whole-Institution Approach zu implementieren. Entlang dreier Handlungsfelder werden Ziele und Maßnahmen definiert und Umsetzungsprojekte und Best-Practice aufgezeigt.
1. Strukturelle Verankerung
- Bekenntnis zu BNE in Gesetzen, hochschulstrategischen Dokumenten und Steuerungsinstrumenten
- Sicherstellung der BNE-Kompetenzentwicklung bei Lernenden
- Verankerung von BNE in Qualitätssicherung, Begleitforschung und Governance
- Förderung von Vernetzung und Sichtbarmachung von Good Practice
2. Lehr- und Lernumgebungen
- Entwicklung und Bereitstellung BNE-gerechter Lehr- und Lernmaterialien, inklusive digitaler Ressourcen
- Schaffung von Lernorten, an denen Nachhaltigkeit in Bau, Betrieb, Mobilität und Verpflegung sichtbar wird
- Förderung einer Hochschulkultur, die nachhaltiges Denken und Handeln im Alltag verankert
3. Kompetenzentwicklung von Lehrenden
- Systematische Integration von BNE in die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrenden
- Aufbau spezifischer Qualifizierungsprogramme, Materialien und Tools zur Selbstreflexion
- Stärkung von Vernetzungsformaten und kollegialem Erfahrungsaustausch
Im BMFWF erfolgt die Umsetzung u.a. durch Verankerung in den Strategiedokumenten, die Schwerpunktsetzung in den Leistungsvereinbarungen und gezielten Vernetzungsaktivitäten mit den Hochschulen.
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