Hochschulstrategie 2040: Die Arbeitsgruppe Kooperativ & Arbeitsteilig
„Kooperativ & Arbeitsteilig. Die Zukunft der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit gestalten“, lautet der Themenschwerpunkt, der sich mit der Frage der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit beschäftigt. Hier finden Sie, was das bedeutet, wer die entsprechende Arbeitsgruppe leitet und vor allem wichtige News zu dem Thema.
Kooperativ & Arbeitsteilig: News
Interview mit Georg Winckler, dem ehemaligen Rektor und aktuellen Universitätsrat der Universität Wien, für die zweite Ausgabe unseres Newsletters zum Thema, ob Österreichs Hochschulen sich bis zum Jahr 2040 nicht stärker zusammenschließen müssen, weil 77 Standorte einfach zu viele sind.
Kooperativ & Arbeitsteilig: Worum geht es bei dem Themenschwerpunkt?
Wie sollen Hochschulen 2040 kooperativ und arbeitsteilig zusammenarbeiten? Das ist die Leitfrage des Themenschwerpunkts „Kooperativ & Arbeitsteilig“ und ihrer entsprechenden Arbeitsgruppe. Dahinter steht der Gedanke, dass sich Österreich mit seinen 77 Hochschulen durch eine starke Vielfalt auszeichnet, die das Potenzial für Innovation, regionale Entwicklung und maßgeschneiderte Studien- und Forschungsangebote aufweist.
Zugleich wird in Europa, aber auch weltweit, die Notwendigkeit der Zusammenarbeit aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs und des damit einhergehenden steigenden Bedarfs an hochqualifizierten Arbeits- und Fachkräften sowie zugleich begrenzter Ressourcen immer größer. Es gilt die eigenen Stärken durch Kooperation und Arbeitsteilung zu stärken und international sichtbar zu machen. Das betrifft alle Aufgabenbereiche der Hochschulen: Studium & Lehre, Forschung & Innovation, aber auch den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wissenstransfer.
Wir stellen vor: das Leitungsteam der Arbeitsgruppe Kooperativ & Arbeitsteilig
Unsere Frage: Wozu und wie sollen Hochschulen 2040 kooperativ und arbeitsteilig zusammenarbeiten?
Die Wissenschafterin & Praktikerin: Ada Pellert (Universität Klagenfurt)
„Schon heute – und das gilt noch viel mehr für die Zukunft – ist Kooperation keine Option, sondern eine zentrale Voraussetzung für Qualität, Wirkung und internationale Anschlussfähigkeit. Angesichts knapper werdender Ressourcen, wachsender Vielfalt im tertiären Bildungsmarkt und steigender globaler Konkurrenz können einzelne Universitäten, Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen nicht mehr alle Aufgaben gleichermaßen erfüllen. Bewusste Arbeitsteilung, klar profilierte Schwerpunkte und dauerhaft verankerte Zusammenarbeit ermöglichen es, Exzellenz zu bündeln, Doppelstrukturen zu vermeiden und zugleich die Vielfalt des Systems zu stärken. Nur als kooperierender Wissenschaftsraum wird Österreich international sichtbar bleiben und Forschung, Lehre und Innovation nachhaltig weiterentwickeln können.“
Zur Person: Ada Pellert ist studierte Betriebswirtin, die sich an der Universität Klagenfurt in Organisationsentwicklung mit dem Schwerpunkt auf Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen habilitiert hat und danach dort als außerordentliche Professorin in der Abteilung Hochschulforschung (1998-2005) tätig war. Es folgten u.a. Stationen als Vizerektorin für Lehre, Personalentwicklung an der Universität Graz (1999-2003), als Univ.-Prof. und Vizerektorin für Lehre, Weiterbildung und Strukturfragen an der Donau-Universität Krems, der heutigen Universität für Weiterbildung Krems (2005-2008), als Univ.-Prof. und Gründungspräsidentin der Deutschen Universität für Weiterbildung in Berlin (2009-2015) sowie als Rektorin der FernUniversität Hagen (2016-2024). Seit 1. Dezember 2024 ist Pellert Rektorin der Universität Klagenfurt und damit die erste Frau in dieser Funktion.
Die Wissenschafterin: Martina Lang (FH Technikum Wien)
„Kooperation und Arbeitsteilung ist eine Grundbedingung von Wissenschaft und Forschung. Denn nur gemeinsam lernt und entdeckt man Neues und treibt so Innovation und Fortschritt voran. Deshalb findet man in allen Bereichen – in der Lehre, in der Forschung, aber auch im Wissenstransfer gelungene Kooperationen, die man bis 2040 sicherlich vertiefen und erweitern muss. Ein Erfolgsmodell sind für mich persönlich Lehrkooperationen, wie man sie gerade bei gemeinsamen Studienprogrammen besonders häufig findet.“
Zur Person: Martina Lang ist Senior Researcher für „Responsible Quantum Technologies“ und resiliente Energiesysteme an der FH Technikum. Die Soziologin, die zuvor u.a. auch beim Zentrum für Soziale Innovation (ZSI) im Bereich Forschungspolitik und Entwicklung, dem Interdisziplinären Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ) beschäftigt und als selbstständige Forscherin tätig war, hat sich in der Vergangenheit intensiv mit dem Thema Kooperation von Hochschulen auseinandergesetzt. U.a. geschah das in mehreren Studien im Auftrag des damaligen BMBWF:
Zukunft Hochschule. Kooperationen. Räume. Perspektiven (PDF, 2 MB)
Handreichung für gemeinsame Studienprogramme von Fachhochschulen und Universitäten (PDF, 527 KB)
Aus dem BMFWF, Wilhelm Brandstätter
„Die österreichische Hochschullandschaft ist mit 77 Institutionen stark fragmentiert. Eine stringente Arbeitsteilung und Profilbildung kann Spielräume schaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Standortwirkung der Hochschulen zu erhöhen. Durch eine Bündelung von Kräften sollten die Herausforderungen der Zukunft besser bewältigt werden.“
Zur Person: Wilhelm Brandstätter ist promovierter Rechtswissenschafter, der seine berufliche Karriere als Studien- und Universitätsassistent an der Fakultät für Rechtswissenschaften gestartet und dann als Referent in der Organisations- und Rechtsabteilung der Universität Wien fortgesetzt hat. Von 1999 bis 2005 war er Leiter der damaligen Geschäftsstelle des österreichischen Akkreditierungsrates, aus dem 2012 die heutige Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung (AQ Austria) hervorgegangen ist. Seit 2006 leitet Brandstätter jene Abteilung, die nicht nur bis heute für Akkreditierung und Qualitätssicherung zuständig ist, sondern auch für die Fachhochschulen (bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften), Privathochschulen und die Universität für Weiterbildung Krems.