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Futures Literacy in der Hochschulbildung FuturesComp - Ein Referenzrahmen für zukunftsgerichtetes Lehren und Lernen

Futures Literacy als Schlüsselkompetenz einer zukunftsfähigen Hochschulbildung:  Ein neu entwickelter Kompetenzrahmen in Österreich bietet Hochschulen Orientierung, Zukunftsgestaltung in ihre Curricula zu integrieren.

Die tiefgreifenden ökologischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen des Anthropozäns stellen Hochschulen vor neue Aufgaben. Neben der Vermittlung von Fachwissen rückt die Fähigkeit in den Mittelpunkt, mit Unsicherheit, Komplexität und offenem Wandel umzugehen. Um Studierende auf eine ungewisse, aber gestaltbare Zukunft vorzubereiten, gewinnt Futures Literacy als Schlüsselkompetenz an Bedeutung.

Futures Literacy beschreibt die Fähigkeit, unterschiedliche Zukünfte („POLY-Zukünfte“) zu antizipieren, kritisch zu reflektieren und als Ressource für gesellschaftliche Gestaltung zu nutzen. Zukunft wird dabei nicht als feststehender Endpunkt verstanden, sondern als offener Möglichkeitsraum, in dem vielfältige Entwicklungspfade denk- und verhandelbar sind. Hochschulen übernehmen in diesem Verständnis eine aktive Rolle: Sie werden zu Lern- und Denkorten, an denen dialogisch, fächerübergreifend und wertebasiert an Zukünften gearbeitet wird.

Vor diesem Hintergrund wurde vom UNESCO-Lehrstuhl für Zukunftsfähigkeit für Innovation und Unternehmertum (UNESCO Chair in Futures Capability for Innovation and Entrepreneurship) am MCI Innsbruck in Kooperation mit dem UNESCO-Lehrstuhl in Futures Literacy – Zukünfte lernen und lehren im Anthropozän (UNESCO Chair in Learning and Teaching Futures Literacy in the Anthropocene) an der PH NÖ im Auftrag des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) ein praxisorientierter Referenzrahmen für Futures Literacy in der Hochschulbildung entwickelt – der FuturesComp. Er dient Hochschulen und ihren Akteur:innen als Orientierung bei der Entwicklung, Erprobung und Weiterentwicklung zukunftsgerichteter Lehr- und Lernformate.

Der FuturesComp: Ein offener Referenzrahmen für POLY-Zukünfte

Der FuturesComp (PDF, 872 KB)wurde mit dem Ziel entwickelt, eine strukturierte Grundlage für die zu vermittelnden Kompetenzen, verbundene Lernziele, deren Erreichung und die Umsetzung in die Lehre zu schaffen. Dafür wurde ein mehrstufiger, partizipativer Prozess in der österreichischen Hochschullandschaft eröffnet.

Im Zentrum des FuturesComp stehen fünf Schlüsselkompetenzen, die für die Erkundung, Mitverantwortung, Gestaltung, Selbstentwicklung und Teilhabe in Bezug auf POLY-Zukünfte relevant sind. Jede Schlüsselkompetenz wird durch mehrere Teilkompetenzen konkretisiert, die jeweils kognitive (Erkenntnis und Wissen), affektive (Gefühle und Haltungen), imaginative (Vorstellungskraft) und konative (Handlungsfähigkeit) Aspekte berücksichtigen.

Grafik Referenzrahmen

Um den Referenzrahmen konkret anwendbar zu machen, wurden zu allen Schlüsselkompetenzen Lernziele und Lernergebnisse abgeleitet und Handlungsanleitungen formuliert. Next-Practice Beispiele geben Einblicke in kurze Lernsequenzen mit Fokus auf einzelne Schlüsselkompetenzen um die Anwendungsmöglichkeiten zu veranschaulichen.

Als Referenzrahmen bietet der FuturesComp eine normative und konzeptionelle Grundlage für die Verankerung von Futures Literacy in der Hochschullehre. Er versteht sich als offenes, lernendes Dokument, das kontinuierlich überprüft, diskutiert und weiterentwickelt wird.

Handlungsmöglichkeiten für Hochschulen

Der FuturesComp als Referenzrahmen bietet Orientierung zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Lehre. Er kann in Curricula, Modulen und Lehrveranstaltungen verankert werden. Mithilfe des FuturesComp können Futures Literacy Elemente in bestehende Studiengänge integriert werden. Neue, transdisziplinäre Formate an der Schnittstelle von Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis können entwickelt werden. Next-Practice Beispiele laden zur Erprobung innovativer Lehr-Lern-Settings ein, in denen Studierende aktiv an der Erkundung und Gestaltung von POLY-Zukünften arbeiten.

Alle interessierten Akteur:innen aus Hochschulen, Wissenschaft, Bildungspolitik und Zivilgesellschaft sind eingeladen, den FuturesComp aufzugreifen, zu erproben und weiterzuentwickeln. Rückmeldungen und Erfahrungen tragen dazu bei, Futures Literacy als zentrale Zukunftskompetenz in der Hochschulbildung zu stärken und Hochschulen als aktive Akteure transformativer Bildung im Anthropozän zu positionieren.

Links & Downloads

Kontaktinformationen

Selina Köstenberger, MSc
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selina.koestenberger@bmfwf.gv.at