Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Genauere Informationen finden Sie im Bereich Datenschutz.

FBM Holzleitner: Forschung erhält Zugang zu Österreichs Datenschatz

Austrian Micro Data Center wird an dadeX angebunden! Neue Möglichkeiten für Forschung, Innovation und evidenzbasierte Politik

Mit der Anbindung des Austrian Micro Data Center an dadeX gelingt ein großer Schritt für die Forschung in Österreich. Forscher:innen erhalten künftig einfacher Zugang zu hochwertigen Register- und Verwaltungsdaten. Das schafft völlig neue Möglichkeiten!

„Wir machen aus Daten Erkenntnisse. Mit der Anbindung des Austrian Micro Data Center an dadeX erhält die Forschung Zugang zu einem Datenschatz, der bisher nur eingeschränkt nutzbar war. Das stärkt den Wissenschaftsstandort Österreich und hilft uns, bessere Entscheidungen zu treffen“, so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung.

Österreich verfügt über einen einzigartigen Datenschatz in seinen Registern. Diese Daten werden sicher, datenschutzkonform und transparent für die Forschung nutzbar. Dadurch können wir gesellschaftliche Entwicklungen besser verstehen, wirksamere politische Maßnahmen entwickeln und Entscheidungen stärker auf Fakten stützen.

Ob Bildungserfolg, Arbeitsmarkt oder soziale Mobilität, die Forschung erhält damit Werkzeuge, um Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit zu finden. Project X ist deshalb weit mehr als ein Digitalisierungsprojekt. Es ist ein Modernisierungsprojekt für den Staat, ein Fortschrittsprojekt für die Forschung und ein Entlastungsprojekt für die Menschen.

Elvira Welzig, Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, betont: „Der Ausbau des dadeX ist ein wichtiger Impuls für die Forschung in Österreich. Der sichere Zugang zu qualitätsvollen Registerdaten ermöglicht es Forschenden, gesellschaftlich relevante Fragen fundierter zu untersuchen – etwa, welche Faktoren Frauen nach der Karenz beim Wiedereinstieg in den Beruf unterstützen. So schafft unsere Forschung in den Ludwig Boltzmann Instituten eine bessere Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen. Gleichzeitig müssen Datenschutz, Transparenz und klare Governance die unverzichtbare Basis für den verantwortungsvollen Umgang mit diesen Daten bleiben.“

Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dazu: „Österreich ist bei der Nutzung von Registerdaten weit moderner als wir es wahrhaben. Und die Analysen von Registerdaten stellen ein Fundament für eine evidenzorientierte Politik dar. Ein Beispiel: eine Studie der ÖAW hat gezeigt, dass Väter nach der Geburt des ersten Kindes im Schnitt nur neun Tage bezahlte Elternkarenz in Anspruch nehmen, Mütter aber 416 Tage. Die Konsequenzen auf den weiteren Karriereverlauf sind eindeutig, ein Weckruf an die Politik und Gesellschaft.“

Stefan Thurner, Präsident des Complexity Science Hub (CSH), unterstreicht: „Seit Joseph II sammelt Österreich systematisch Daten, lässt sie dann oft in den sprichwörtlichen Schubladen liegen. Das ist so, als würde man verschiedene medizinische Untersuchungen machen und sie dann nicht in eine Diagnose miteinbeziehen. Wenn wir verstehen wollen, ob und wie bestimmte Jobs mit chronischen Erkrankungen zusammenhängen oder wie Unterstützungsleistungen langfristig wirken oder wo die Schwachstellen im Bildungssystem stecken, dann brauchen wir verknüpfbare Daten, die uns zeigen, was im System passiert. Es geht nicht darum, einzelne unter die Lupe zu nehmen. Es geht darum, die Gesellschaft zu verstehen, so wie ein Arzt einen Organismus – und rechtzeitig zu erkennen, wo etwas schief läuft, um dann eine optimale, transparente und nachvollziehbare Entscheidung zu treffen“.

Die Lösung liegt im Once-Only-Prinzip: Daten, die Behörden bereits vorliegen, werden nicht erneut abgefragt, sondern sicher und automatisiert untereinander ausgetauscht. Wer dem Staat eine Information bereits übermittelt hat, soll diese nicht immer wieder neu vorlegen müssen. Das reduziert Bürokratie, beschleunigt Verfahren und verbessert die Servicequalität der Verwaltung.

Der Zugang der Wissenschaft und Forschung zu Register- und Verwaltungsdaten erfolgt über das Austrian Micro Data Center (AMDC). Das AMDC wird für diese Zwecke an dadeX angebunden und trägt so zum Once-Only-Prinzip im Forschungsbereich bei.

Durch die Verwendung von Informationen aus Registern können Forschende neue, wertvolle Erkenntnisse zu erhalten und gesellschaftliche Zusammenhänge analysieren, etwa zu Arbeitslosigkeit und Bildung. Durch die Verwendung von Registern können bessere Forschungsergebnisse erzielt werden, da sie auf einen größeren Bevölkerungsanteil gestützt sind. Die Forschung im AMDC ist daher eine wesentliche Grundlage für evidenzbasierte Politikgestaltung.

Die Bundesregierung bekennt sich dazu, bis Ende 2029, die relevanten bestehenden Register und Datenquellen sowie künftig neu geschaffene Register – jeweils unter Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben – schrittweise über dadeX nutzbar zu machen. Neue Register sollen von Beginn an so konzipiert werden, dass sie in diese gemeinsame Dateninfrastruktur eingebunden werden können.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung
Florian Atzmüller
Telefon: +43 664 78092423
E-Mail: florian.atzmueller@bmfwf.gv.at