Hochschulstrategie 2040: Die Arbeitsgruppe Offen & Sozial Gerecht
„Offen & Sozial Gerecht. Eine diverse und inklusive Zukunft an Österreichs Hochschulen ermöglichen“, lautet der Themenschwerpunkt, der sich mit den fairen und gerechten Bildungschancen im gesamten Student Life Cycle beschäftigt – vom Zugang zum Studium bis zum Studienabschluss und darüber hinaus. Hier finden Sie, was das bedeutet, wer die entsprechende Arbeitsgruppe leitet und vor allem wichtige News zu dem Thema.
Offen und Sozial Gerecht: News
- 3+1 Fragen an Franziska Lessky und Christina Raab, die beiden Co-Leiterinnen der AG Offen & Sozial Gerecht sind namhafte Expertinnen, wenn es um die Themen soziale Ungleichheit, Mobilität, aber auch einen fairen Hochschulzugang geht. Sie sind beide u.a. an der Universität Innsbruck. Die beiden verbindet aber noch mehr, wie das Video-Interview beweist. LINK
- Das berichten Studierende XX
- Das sagt die Studierendensozialerhebung 2025:
Offen & Sozial Gerecht: Worum geht es bei dem Themenschwerpunkt?
Wie offen und sozial gerecht, wie divers und inklusiv sind Hochschulen 2040? Das ist die Leitfrage des Themenschwerpunkts „Offen & Sozial Gerecht“ und ihrer entsprechenden Arbeitsgruppe. Dahinter steht der Gedanke, dass unser Hochschulsystem derart gestaltet sein muss, damit es Menschen mit unterschiedlichsten Bildungs- und Lebensbiografien faire Chancen eröffnet. Das betrifft sowohl den Zugang zum Studium als auch die Studieneingangsphase, den Verbleib, Studienwechsel als auch den Studienabschluss und Übergang in den Arbeitsmarkt und umfasst alle Hochschulbereiche: Lehre und Forschung ebenso wie die Administration, die wissenschaftlichen Karrierewege, aber auch die Hochschulgovernance. Hochschulen sind 2040 Institutionen, die gesellschaftliche Vielfalt auf allen Ebenen widerspiegeln – und so individuelle Lebenschancen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine wehrhafte Demokratie stärken.
Wir stellen vor: Das Leitungsteam der Arbeitsgruppe Offen & Sozial Gerecht:
Franziska Lessky, Universität Innsbruck, University of Oxford, IHS
„Wir erleben gesellschaftlich – und damit auch im Hochschul- und Bildungsbereich – eine Zeit tiefgreifender Veränderungen, geprägt etwa durch Künstliche Intelligenz, geopolitische Konflikte und steigende Lebenshaltungskosten. Gerade in diesem Kontext ist es aus meiner Sicht unerlässlich, Fragen sozialer Gerechtigkeit in allen Dimensionen der Hochschulbildung mitzudenken. Nur so können wir sicherstellen, dass Menschen mit unterschiedlichen Bildungsbiografien und Lebensrealitäten nicht nur an Hochschulbildung partizipieren, sondern diese auch aktiv mitgestalten können.“
Zur Person: Franziska Lessky ist Postdoctoral Research Fellow am Department of Education der Universität Oxford und Assistenzprofessorin am Institut für Psychosoziale und Kommunikationsforschung an der Universität Innsbruck. Sie ist zudem Fellow am Institut für Höhere Studien (IHS) und Co-Convenor der Bourdieu Study Group der British Sociological Association (BSA). Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Bildungsbiographien und Soziale Ungleichheit mit Fokus auf Hochschulbildung, Studienerfahrungen von First-Generation Studierenden, Übergänge in den Arbeitsmarkt sowie Karrierewege und Arbeitsbedingungen im Wissenschaftssystem. In ihrer Lehre fokussiert sie Themen in den Bereichen Bildung und Soziale Mobilität im internationalen Vergleich, Grundlagen der Bildungswissenschaft und Bildungssoziologie, Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden sowie Professionalisierung im Hochschulwesen.
Mehr Informationen: https://www.education.ox.ac.uk/person/franziska-lessky/
Christina Raab, Universität Innsbruck
„2040 sind Hochschulen offen und sozial gerecht, wenn sie gesellschaftliche Vielfalt auf allen Ebenen widerspiegeln und faire Teilhabe ermöglichen — im Studium, in Lehre und Forschung, in Administration, Karrierewegen und Governance. Offenheit bedeutet nicht nur Zugang, sondern auch Ankommen, Verbleib, Wechselmöglichkeiten, Abschlussgerechtigkeit und faire Entwicklungschancen für alle Hochschulangehörigen. Studierfähigkeit wird dabei nicht defizitorientiert verstanden, sondern als dynamischer Entwicklungsprozess im Zusammenspiel individueller Voraussetzungen, institutioneller Rahmenbedingungen und studienspezifischer Anforderungen. Soziale Gerechtigkeit ist damit kein nachträglicher Ausgleich, sondern Gestaltungsprinzip entlang der gesamten Bildungskette. Ein solcher Hochschulraum stärkt individuelle Bildungs- und Lebenschancen ebenso wie Wissenschaft, Innovation, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine wehrhafte Demokratie.“
Zur Person: Seit 2025 koordiniert Christina Raab an der Universität Innsbruck das Projekt EURIDICE mit dem gemeinsamen Studienprogramm DigiSoC; seit 2019 wirkt sie in der Aurora European University Alliance an innovativen Lehr- und Lernformaten, gemeinsamen internationalen Studienprogrammen und Microcredentials mit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Anerkennung und Validierung: An der Universität Innsbruck war Raab maßgeblich an der Implementierung von Validierungsverfahren beteiligt — von der Pilotierung über die Mitarbeit am entsprechenden Satzungsteil bis zur Ausgestaltung des Verfahrens zur Validierung non-formaler Lernergebnisse. Seit der Entstehung des RPL Network Austria im Jahr 2021 ist sie zudem in dessen Arbeit involviert.
Raabs weitere Arbeitsschwerpunkte umfassen flexible und internationalisierte Curricula, das ECTS-System, europäische Hochschulallianzen, digitale Tools sowie die Weiterentwicklung offener und sozial gerechter Hochschulen.
Gerald Rauch, BMFWF
„Evidenzen zeigen, dass sich die soziale Durchmischung der Bevölkerung bisher nur bedingt an den Hochschulen abbildet. Es ist noch immer bis zu einem gewissen Grad eine „Geburtslotterie“, wie sich die weitere Bildungsbiografie gestaltet. Obwohl Hochschulen erst spät in der Bildungslaufbahn ansetzen; können sie wesentliche Beiträge zur Förderung einer breiten Teilhabe an Hochschulbildung leisten und so Bildungsvererbung entgegenwirken.“
Zur Person: Gerald Rauch studierte Politik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien und absolvierte den postgradualen Hochschullehrgang für Öffentlichkeitsarbeit. Nach knapp 15-jähriger Tätigkeit als Texter und Öffentlichkeitsarbeiter im kommunalen Bereich war er von 2016 bis 2024 Mitglied des Teams der Abteilung für Gleichstellung und Diversitätsmanagement. Seit Herbst 2024 ist er in der Abteilung I/13 für Evidenzbasierte Hochschulentwicklung, wobei seine inhaltlichen Schwerpunkte auf dem Übergang Schule-Hochschule und der sozialen Dimension in der Hochschulbildung liegen.