Vom Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung
Frauenministerin erhöht Druck: Vier hochrangige Formate sollen konkrete Maßnahmen zu digitaler Gewalt, Femiziden, Medienverantwortung und Machtmissbrauch auf den Weg bringen.
Gewalt an Frauen ist in Österreich weiterhin traurige Realität – von häuslicher Gewalt über neue digitale Gewaltformen wie Deepfakes bis hin zum Femizid. Mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen liegt seit November 2025 eine umfassende Gesamtstrategie vor, die sich nun in Umsetzung befindet. Aufgrund der Dringlichkeit der umzusetzenden Maßnahmen, lädt Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner nun zu vier aufeinander abgestimmte Veranstaltungen, um zentrale Maßnahmen rasch umzusetzen und weiterzuentwickeln.
Vier Formate, ein Ziel: konkrete Fortschritte im Gewaltschutz
Den Auftakt bildet am 9. April ein hochrangiger Gipfel gegen Frauenhass im Netz im Frauenministerium. Vertreter:innen der Bundesregierung treffen dabei auf Plattformen, Expert:innen und Zivilgesellschaft, um geplante Maßnahmen gegen digitale Gewalt konkret und zeitnah voranzubringen.
Im weiteren Verlauf des Schwerpunkts zur Umsetzung folgen drei Roundtables:
- Maßnahmen gegen Femizide: Fokus auf konkrete sicherheitspolitische Instrumente, die auch über den Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen hinausgehen müssen.
- Medien & Verantwortung: Mit dem Ziel der Entwicklung eines Leitfadens für sensible Berichterstattung über Gewalt an Frauen
- Machtmissbrauch: Da Bereichen wie Kultur, Medien und Sport besonders von Machtstrukturen geprägt sind, müssen Frauen hier besonders geschützt werden.
Alle vier Formate sind Teil der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans und greifen zentrale Handlungsfelder daraus auf.
Fokus auf neue Gewaltformen und Schließen von strukturellen Lücken
Besonderes Augenmerk liegt auf aktuellen Entwicklungen wie sexualisierten Deepfakes, digitalem Hass und organisierter Online-Gewalt, die Frauen zunehmend betreffen. Der aktuelle Fall rund um Collien Fernandes verdeutlichte zuletzt die Dringlichkeit von Unterstützung für Frauen in diesem Bereich. Zugleich sollen bestehende Lücken im Gewaltschutz adressiert werden – etwa bei der Zusammenarbeit von Behörden, im Opferschutz oder bei der Verantwortung großer Plattformen.
Mit diesem Schwerpunkt zur Umsetzung soll deutlich werden: Der Nationale Aktionsplan ist kein symbolisches Dokument, sondern die Grundlage für konkrete politische Schritte. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Gewalt an Frauen in all ihren Erscheinungsformen wirksam verhindert werden kann - von digitaler Gewalt bis hin zu Femiziden.
„Der Nationale Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen ist kein geduldiges Stück Papier. Die zahlreichen Femizide und Fälle von Gewalt gegen Frauen – ob im sozialen Nahraum, der Öffentlichkeit oder auch im digitalen Bereich – verdeutlichen die Dringlichkeit der Maßnahmen. Aus diesem Grund setzen wir die kommenden Wochen ganz unter den Schwerpunkt der konkreten Umsetzung. In Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen der Bundesregierung, ebenso wie mit Unterstützung von Expert:innen und Zivilgesellschaft, werden wir konkrete Schritte auf den Weg bringen, bestehende Maßnahmen gezielt weiterentwickeln und dort nachschärfen, wo Schutzlücken bestehen.“
Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung
Konkreter weiterer Zeitplan:
- 9. April: Auftakt mit Gipfel zu Frauenhass im Netz
- 17. April: Round Table zu Femiziden
- 27. April: Round Table zu Medien & Verantwortung
- 5. Mai: Round Table zu Machtmissbrauch